Tuschtropfen

Die Finger sind langsam aber sicher um die Stifte in meiner Hand versteinert.

Während insgesammt 7 Stunden arbeite ich an einer Bleistiftzeichnung, auf einem unbequemen Holzding, in verkrümmter Haltung sitzend. Mein Po ist anlässlich mangelnder durchblutung eingeschlafen. Auch meine Augen sind müde vom aufmerksamen betrachten und henschauen auf das kleiner und grösser werdende A6 Batt.

Strich um Strich nähere ich mich den Details meines abzuzeichnenden Objekts an. Meine Banknachbarinn schüttelt gedanken verlohren ihren Füllfederhalter aus. Fette tropfen betäuben mein Denken. Auf mein A6 Blatt welches mir vor lauter detailiertem zeichnen schon wie ein A4 Blatt erschien, waren fünf, mir riesig erscheinende Tropfen gelandet. Die zarten Bleistifftlinien von der ungnädigen Schwärze in ihrer zarten Dunkelheit gebrochen und nieder gestreckt. Ich verliess laut fluchend und völlig aufgebracht das Schuhlzimmer. Im nahen Wäldchen schrie ich ein paar Bäume an. Die konnten zwar nichts dafür und im nachhinein tat es mir ein bischen leid, das ich das Rauschen des Windes in ihren Blättern und das Rauschen der Autobahn mit meinem Schrei unterbrach. Aber verflucht noch eins, es macht mich immer noch wütend. Und noch immer ist niemand schuld.

Tuschtropfen und noch drei weitere Bilder
Tuschtropfen und noch drei weitere Bilder

(Wie konnte das bloss geschehen?)

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